19.02.2026
Zwei Trainer, ein Team, unzählige Trainingskilometer – und jede Menge Leidenschaft für den Schwimmsport beim TSV Vaterstetten
Interview mit Melina Uhl & Florian Maurer
Wer freiwillig Krafttraining
macht, danach zwei Stunden ins Wasser springt und dabei noch gute Laune
verbreitet, der muss entweder sehr motiviert sein – oder Trainern der
Schwimmabteilung beim TSV Vaterstetten.
Melina Uhl und Florian Maurer sind genau das: Herz, Kopf und manchmal auch das
letzte Quäntchen Motivation am Beckenrand.
Vom Seepferdchen zur Leistungsgruppe
Beide haben ihre TSV-Karriere früh gestartet – und sind dem Verein bis heute treu geblieben.
Flo ist seit seinem 6. Lebensjahr im Wasser
zuhause. Mit 15 begann er als Helfer im Nachwuchsbereich, übernahm mit 18
eigene Gruppen und wechselte mit 20 in den Leistungsbereich.
Melina (27) hat im TSV gefühlt jede Sportart ausprobiert – von
Leichtathletik und Turnen bis Tischtennis – blieb aber letztlich dem Schwimmen
treu. Auch sie startete als Helferin (mit 13!), übernahm früh Verantwortung und
trainiert heute die erste und zweite Leistungsgruppe.
Kurz gesagt: zwei echte Eigengewächse, die wissen, wie sich jede Bahn anfühlt.
Ein typischer Trainingstag? Kurz gesagt: intensiv.
Die erste und zweite
Leistungsgruppe trainiert 4- bzw. 6-mal pro Woche.
Meistens geht’s los mit einer Stunde Krafttraining, danach folgen bis
zu zwei Stunden Wassertraining.
Im Becken startet alles mit rund 1
km Einschwimmen – Technik, Wasserlage, Wassergefühl und je nach
Trainingszyklus auch Elemente für die nachfolgenden Serien. Danach wird’s ernst: Grundlagenausdauer,
Intervalle, Schnelligkeit, Geschwindigkeitsausdauer – je nach Trainingsphase.
Am Ende: Ausschwimmen … und das obligatorische Abklatschen beim Trainer.
Pflichtprogramm!
👉
Training in drei Worten (Melina):
Herausfordernd. Individuell. Mit Spaßfaktor.
Unvergessliche Momente? Ganz klar: Berlin 2019.
Die Deutschen Meisterschaften
2019 bleiben unvergessen:
Melina in doppelter Rolle – als Schwimmerin und Trainerin, Flo als
Staffelschwimmer. Sie waren damals mit einem eingeschworenen Team am Start mit
denen die schon viele Jahre und unzählige Trainingskilometer geteilt haben. So
einen Moment mit allen zu erleben und auf diesem Niveau Erfolge feiern zu dürfen
vergisst man nicht mehr.
Gänsehaut inklusive.
Tipps an das jüngere Ich (und an unsere Schwimmer)
Regelmäßigkeit schlägt alles.
Egal ob Training, Ernährung, Schule oder andere Ziele: Wer dranbleibt, wird
belohnt. Eine einfache Regel – aber eine, die immer gilt. Das versuchen die beiden auch ihren Sportlern
mit auf den Weg zu geben.
Wenn Training ein Film wäre …
🎬
„Stirb langsam“
Warum? Weil man manchmal kämpfen muss, durchhalten, alles geben – und am Ende
trotzdem als Team gewinnt.
Top-Übung außerhalb des Wassers
Ganz klar: Planke!
Egal ob normal, seitlich, einarmig, einbeinig oder dynamisch mit wippen –
Rumpfspannung ist der Schlüssel für eine gute Wasserlage. Und was an Land
stabil ist, fühlt sich im Wasser plötzlich viel leichter an.
Eine Übung, die in keinem Training fehlen darf
Sprints!
Mindestens ein kleines Schnelligkeits-Set in jedem Training sorgt für
Fokus, weckt den Kopf – und macht (überraschenderweise) richtig Spaß. Kurz,
intensiv, ehrlich: Danach weiß jeder, dass er alles gegeben hat.
Mentale Stärke – der unsichtbare Trainingspartner
Leistung beginnt im Kopf.
Wer vom Kopf anwesend ist, sein Ziel vor Augen hat und Dinge manifestiert hat schon gewonnen. Deshalb machen die beiden auch regelmäßige Meditations- und Atemübungen im Training und die Kinder visualisieren technische Elemente oder ihre Wettkampfstarts im Voraus. Wer mental präsent ist, hat schon den ersten Sieg in der Tasche.
Wenn Sport ein Dessert wäre …
🍮
Wackelpudding.
Nach manchen Rennen zittern die Knie – fast so, als hätte man den ganzen Tag
nichts anderes gegessen.
Was macht euch als Trainer/in am meisten Spaß?
Melina:
Ihre positiven Erfahrungen und ihre Leidenschaft für den Schwimmsport
weiterzugeben. Das Lächeln der Kinder nach einer neuen Bestzeit, einer Medaille
oder einer Qualifikation ist unbezahlbar. Teil dieser Entwicklung zu sein und
der jüngeren Generation diese Möglichkeit zu geben, lässt jede müde, kaputte,
frustrierte Stunde am Beckenrand vergessen.
Flo:
Der Moment, wenn sich die Mühen der letzten Wochen und Monate im Wettkampf
auszahlen – und die Kinder mit einem breiten Grinsen aus dem Wasser nach einem
erfolgreichen Rennen zukommen. Dafür lohnt sich alles.
Danke, Melina & Flo, für euren Einsatz, eure Energie und euren Humor – und dafür, dass ihr den TSV Vaterstetten Bahn für Bahn schneller macht.